Qualitätskriterien

Qualitätskriterien - wie begegnet man Gewalt?
Was hilft gegen Gewalt?

In den meisten Schulen, Kindertagesstätten und Einrichtungen gibt es Gewaltprobleme unter Kindern und Jugendlichen und manchmal auch zwischen Jugendlichen und Erwachsenen. Körperliche Gewalt, Beleidigungen, Drohungen und Mobbingphänomene sind weit verbreitet und stellen öffentliche Einrichtungen vor die Aufgabe, mit pädagogischen Maßnahmen auf das Problem zu reagieren, Gewalttätigkeiten abzubauen und möglichst zu verhindern. Das Ziel ist es, ein soziales Klima zu schaffen, in dem sich alle sicher und wohl fühlen können.

Noch vor einigen Jahren wurde die Problematik häufig verdrängt. Heute versuchen viele Einrichtungen, gegen Gewaltphänomene vorzugehen, aber die Maßnahmen sind oft unzureichend, weil sie die Kriterien für eine umfassende und nachhaltige Gewaltprävention nicht erfüllen. Außerdem haben die meisten Pädagogen und Pädagoginnen in ihrer Ausbildung zu wenig darüber erfahren, welche gewaltpräventiven Projekte, Programme und Methoden es gibt und was sie bewirken können.

Qualitätskriterien für Gewaltprävention
1) Wer erfolgreich Gewalt vorbeugen und in Gewaltsituationen professionell sein will, muss entsprechende Kenntnisse und Handlungsmöglichkeiten haben. Das wichtigste Qualitätsmerkmal für Gewaltprävention ist der „Faktor“ Mensch. Ein Gewaltpräventionsprogramm ist nur dann wirksam, wenn die Pädagoginnen, Pädagogen und Trainer die Inhalte überzeugend und glaubwürdig vorleben. Gewaltprävention ist immer auch eine Haltung, die man verkörpert.
•    Grundlage jeder gewaltpräventiven Arbeit ist eine gute Beziehung zwischen den Erziehenden und den Kindern und Jugendlichen. Zu einer guten Beziehung gehört auch, dass man die Jungen und Mädchen mag, sich für sie interessiert und engagiert, ihnen Aufmerksamkeit und Verbindlichkeit entgegenbringt. Auf dieser Grundlage können die Erwachsenen notwendige Grenzen setzen und Fehlverhalten sanktionieren.
•    Die Erwachsenen müssen ein positives Vorbild sein und ihr eigenes Verhalten selbstkritisch reflektieren: Wie verhalte ich mich in Konfliktsituationen? Wie gehe ich mit Frustration, Ärger, Kränkungen um? Begegne ich anderen mit Toleranz, Fairness und Respekt, so wie ich es von den Kindern und Jugendlichen erwarte? Bin ich selbst mitfühlend? Lebe ich Gewaltlosigkeit vor?
•    Gewaltpräventionstrainer, Pädagoginnen und Pädagogen brauchen soziale, emotionale und kommunikative Kompetenzen. Sie müssen sich in die Kinder einfühlen, ihnen aufmerksam zuhören, sie als Person respektieren, auch wenn sie ein Fehlverhalten nicht tolerieren.
•    Sie müssen in der Lage sein, im Team oder Kollegium konstruktiv zusammen zu arbeiten, sich gegenseitig zu beraten. Das schließt fair geführte Auseinandersetzungen nicht aus, im Gegenteil: Kinder profitieren davon, wenn in Einrichtungen eine gute Konflikt- und Streitkultur vorhanden ist und sie erleben, wie Aggressionen konstruktiv geäußert und Konflikte fair gelöst werden können.
Diese Fähigkeiten müssen schon in der Ausbildung der Pädagogen, Erzieher oder Trainer geschult werden. Nichts spricht dagegen, sich auch von anderer Seite Hilfe in diesen Bereichen zu holen. Es gibt bundesweit genug schulungsweisende Präventionsprogramme verschiedenster Anbieter.

Merkmale wirksamer Präventionsprogramme

Welche konkreten Schritte erfordert ein Gewaltpräventionsprogramm?
* Orientierung an Schutzfaktoren. Dies sind u.a. eine vertrauensvolle stabile Beziehung zu mindestens einem Menschen, der einfühlsam ist und das Kind unterstützt.
* Eltern, Pädagogen und Trainer, die das Kind fördern, aber auch angemessen fordern und kontrollieren. Sie setzen Grenzen ohne das Kind zu demütigen.
* Überzeugende ethnische und moralische Wertorientierungen, die nicht nur geäußert, sondern vorgelebt werden.
* Frühe Hilfen für sehr aggressive Kinder und deren Eltern. Es ist bewiesen, dass aggressive Verhaltensformen umso erfolgreicher abgebaut werden können, je früher damit begonnen wird.
* Gute emotional unterstützende Beziehungen zu Gleichaltrigen, die selbst nicht kriminell oder gewaltauffällig sind.
* Eine positive Bindung an die Schule, Gemeinschaftserlebnisse in der Klassen- und Schulgemeinschaft und schulische Erfolgserlebnisse wenigstens auf einigen Gebieten.
* Eine positive Bindung an einen Sportverein, um dort auch Fairness aktiv anwenden zu können.
Mehr-Ebenen-Ansatz: Alle Studien zur Wirksamkeit von gewaltpräventiven Maßnahmen haben erwiesen, dass die sogenannte Mehrebenen-Ansätze am ehesten in der Lage sind, Gewalt zu reduzieren. In der Schule bedeutet das, dass Gewaltprävention das gesamte Schulsystem einbeziehen muss, einzelne Schüler ebenso wie Schulklassen, die Lehrerschaft und die Eltern.
Pädagogische Grundprinzipien: Ein pädagogisches Gewaltpräventionsprogramm muss auf vier Hauptpfeiler basieren: Jeder Mensch muss fair und respektvoll behandelt werden. Verurteilt wird das Fehlverhalte, nicht der Mensch. Akzeptiert werden nur gewaltfreie Konfliktlösungen. Gewaltvorkommnisse dürfen nicht ignoriert und verdrängt, sondern müssen offensiv zum Thema gemacht werden. Gewalt muss konsequent geahndet werden, aber Sanktionen dürfen niemals feindselig oder demütigend sein.
Bestandsaufnahme und Analyse der Gewaltursachen müssen umgehend geklärt werden. Gewaltprävention muss somit zur „Chefsache“ werden.
Aktive Unterstützung durch das ganze Team, je größer je besser, ist angeraten. Einzelkämpfer haben hier kaum Chancen. Kinder und Jugendliche müssen voll mit eingebunden werden.
Ebenso ist das Einbeziehen der Eltern ein Muss, auch wenn manchmal zwischen Lehrer und Eltern unterschiedliche Auffassungen bestehen.
Zielgruppen und Ziele müssen festgelegt werden, mit dem ein gewaltfreies Programm festgelegt werden kann.
Klare Regeln und Konsequenzen sind ein weiterer Schwerpunkt eines jeden Gewaltpräventionsprogramms.
Peergruppenansätze: Besonders bei älteren Kinder und bei Jugendlichen spielt die Peergroup eine große Rolle. Von Gleichaltrigen anerkannt und beachtet zu werden, gehört für die meisten in dieser Altersgruppe zu einem wichtigen Faktor in ihrem Leben.
Interkultureller Ansatz ist ebenso wichtig, wie die Feedback-Kultur, in welcher regelmäßig über bestehende Konflikte gesprochen und Lösungen gefunden werden müssen.
Ansprechpartner für Kinder in Not oder Opfer von Gewalt müssen vorhanden sein.
Ausdauer, Geduld und Nachhaltigkeit schließen den Kreis der Gewaltprävention.

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